Volksverführung Klimarettung

Hans Helmut Kroschel
Waltersdorfer Str. 21
12526 Berlin
hans@kroschels.de


Pfarrer Ulrich Kastner und die Demokratie

Ich beziehe mich auf die beiden Beiträge im Gemeindeblatt "Weinstock" Nr. 71 der Ev. Kirchengemeinde Bohnsdorf-Grünau für August / September 2019 mit den Titeln
"Klimawandel, Plastikmüll und Bienensterben" von Jan Zacharias und
"Umweltschutz und das neue Miteinander der Generationen" von Sandy Hanner.
http://www.kirche-bohnsdorf.de/weinstock/wein71.pdf

Beide Beiträge bewegen sich im Rahmen des Mainstreams.
Als Selbstdenker muss ich dem Mainstream nicht folgen, zumal ich mir als diplomierter Elektroingenieur und Diplomwirtschaftler eine Fachkompetenz erhalten habe.

Ich erlaubte mir, meine Gegenmeinung als Beitrag für das Gemeindeblatt Nr. 72 Oktober / November 2019 am 12.08.2019 an die Redaktion des "Weinstock" zu senden und erhielt von Pfarrer Kastner eine Rückäußerung vom 14.08.2019.      Rückäußerung
Meine Antwort darauf sandte ich am 19.08.2019 an Herrn Pfarrer Kastner. Antwort
Sie endete mit dem Satz
"Es ist Ihre Entscheidung in Abstimmung mit den weiteren Redaktionsmitgliedern, ob Sie eine Gegenmeinung nach den Regeln zivilisierter Gesellschaften zulassen und publizieren."
Darauf erfolgte keine Reaktion. Meine Gegenmeinung wurde nicht zugelassen und folgerichtig nicht im Weinstock Nr. 72 abgedruckt, auch nicht erwähnt.
Ist das die perfekte Zensur oder schützt der Herr Pfarrer in seiner pastoralen Weisheit seine Gemeindeglieder vor Selbstdenkern?
Bilden Sie sich Ihre Meinung.
Die Rückäußerung von Pfarrer Kastner vom 14.8.2019 sowie meine Antwort vom 19.8.2019 hätte ich normaler Weise nicht ins Netz gestellt. Wenn Pfarrer Kastner aber klar zu verstehen gibt, dass er Gemeindegliedern, die nicht mit seiner Meinung voll übereinstimmen, durch Ignoranz die Mündigkeit entziehen will, gehört der Dialog an die Öffentlichkeit.


Zu den Eingangsbeiträgen im Gemeindeblatt "Weinstock" August/September 2019
             - Gegenmeinung als Beitrag zum Abdruck im Gemeindeblatt -

Volksverführung gab es schon immer.
Sie beeinflusst die Selbstdenker nicht wesentlich. Ob die sich zu Wort melden und ihnen ein Raum in der Öffentlichkeit eingeräumt wird, ist fraglich.

Pfarrer Kastner fügt im Andachttext des Gemeindeblatts "Weinstock" von 2019 August/ September Sätze mit allgemeingültigen Aussagen so zusammen, dass dieser Textabschnitt Menschen in eine Richtung beeinflusst, die fragwürdig ist.
Zitat:
"Aber wie gehen wir "richtig" miteinander um - im Sinne Gottes? Wenn Menschen, die andere vor dem Ertrinken retten, als Verbrecher verhaftet und angeklagt werden, dann kann das nicht richtig sein. Die Kapitänin Carola Rackete wurde in Italien verhaftet, weil sie dort mit 40 Flüchtlingen anlegte. Und andererseits wurden seit 1990 rund 200 Menschen von Rechtsextremen ermordet. Zuletzt der Kasseler Regierungspräsident Walter Lübcke.
Wer Menschen ermordet, ist ein Verbrecher. Wer Menschen aber rettet, ist kein Verbrecher!"
Unser Strafrecht basiert auf Individualschuld. Die 200 Menschen wurden in den etwa 30 Jahren von einzelnen Menschen, die Verbrechen begangen, ermordet. Ein Zusammenhang mit Morden in etwa 30 Jahren und der Anlandung von Flüchtlingen erschließt sich mir nicht.
Es wird kein vernünftiger Bürger behaupten, dass die Kapitänin Carola Rackete eine Verbrecherin ist.
Ich kann die italienische Regierung verstehen, wenn sie die Anlandung von Schiffen mit Flüchtlingen stoppt. Meine Schwester hat einen Sizilianer geheiratet und ist später nach Licata an der Südküste von Sizilien gezogen. Dort sieht die Realität anders aus als im wohlhabenden Deutschland.

Die Artikel von Jan Zacharias und Sandy Hanner treffen den Mainstream, und der hat immer etwas mit Volksverführung zu tun.
Zitat:
"Zum Wohnen, Heizen und Kochen benötigen wir Energie. Doch wir können entscheiden, ob diese in klimaschädlichen Kohlekraftwerken, gefährlichen Atomkraftwerken oder von sauberen Solar- und Windparks erzeugt wird. Echte Ökostrom- und Biogas-Angebote sind ein Beitrag zur Förderung erneuerbarer Energien."
Elektrische Energie kann man nicht speichern. Echte Ökostrom- und Biogas-Angebote kann man in die Kategorie Volksverführung einordnen.
Die Energie, die am wenigsten das Klima beeinträchtigt, kommt aus den Kernkraftwerken.
Deutsche Kernkraftwerke waren und sind die sichersten der Welt.
Frankreich schaltet die nicht so sicheren Kernkraftwerke nicht ab. Die CO²-Belastung ist in Frankreich wesentlich geringer als in Deutschland.
Die Kanzlerin ist promovierte Physikerin. Sie setzte sich gegen Norbert Röttgen und die SPD durch, die Laufzeit der Kernkraftwerke in Deutschland zu verlängern. Dann erkannte sie, dass das beim deutschen Wähler nicht gut ankam. Als Grund für ihren danach eingeleiteten Richtungsumschwung, die Laufzeit der Kernkraftwerke stärker zu reduzieren als vorher von Röttgen gefordert, gab sie den Supergau von Fukushima im März 2011 an.
Der Supergau wurde durch einen Tsunami ausgelöst und hatte die Folge von 3 leicht bzw. mittelscher verstrahlten Arbeitern, bei deren Einsatz die Schutzvorschriften nicht eingehalten wurden. Von den Spätfolgen waren mehrere Menschen betroffen. Von einem Supergau für die Menschen kann aber ernsthaft nicht gesprochen werden.
2018, also 7 Jahre später, gab es den ersten Toten, der als Arbeiter im Kernkraftwerk Fukushima tätig war. Er starb an Lungenkrebs.
Da hinsichtlich der Auswirkungen des Gaus im Kernkraftwerk Fukushima von den Volksverführern und den Volksverführten vorzüglich gestritten und geleugnet werden kann, empfehle ich unter
https://de.wikipedia.org/wiki/Nuklearkatastrophe_von_Fukushima
nachzulesen.

Die Macht der Bilder
Die Macht der Bilder ist ein Instrument der Volksverführung.
Nehmen Sie meine Äußerung nicht streng, aber ich spreche von der Macht der Blöder.
In der auch offiziellen Berichterstattung wurde zwischen den Folgen des Tsunamis und der Kernkraftswerkhavarie nicht oder nur unscharf unterschieden. Die Bilder der Verwüstung waren nahezu alle den Tsunamifolgen zuzuordnen.
Zur Veranschaulichung der Plastekatastrophe werden ständig Bilder aus einer Bucht in Asien gezeigt. Ich habe in deutschen Meeresbuchten keine Plastevermüllung gesehen.
Aus europäischen Meeresbuchten sind mir Bilder einer Plastekatastrophe nicht bekannt.
Ich habe 1991 in der Adria am Delta des Po's gebadet und dort ab und an eine Plastetüte entdeckt. In Italien sieht man den Umweltschutz nicht so eng wie in Deutschland, aber eine hohe Plastekonzentration gibt es an den dortigen Badestränden nicht.

Zurück zur Klimakatastrophe und unserem Abwendungsverhalten
Der Supergau von Fukushima, den es nicht beängstigend gab, wurde vom Tsunami verursacht.
Wie erwähnt, ist Kanzlerin Merkel Physikerin und man kann ihr klares Denken nicht absprechen. Dass sie dem Bürger ihre Kehrtwende bei der Kernkraftwerkslaufzeit mit dem Supergau von Fukushima erklärt, entspricht klarem Denken, aber nicht vor der Sorge eines Supergaus infolge eines Tsunamis in Deutschland, sondern der Sorge um ihren Machterhalt.

Deutsche Kernkraftwerke haben bei den sicherheitstechnischen Einrichtungen einen wesentlich höheren Redundanzgrad als andere.
Die Aussage
"Doch wir können entscheiden, ob diese in klimaschädlichen Kohlekraftwerken, gefährlichen Atomkraftwerken oder von sauberen Solar- und Windparks erzeugt wird"
kommt gut an.
Wer von deutschen gefährlichen Atomkraftwerken ausgeht, muss den Weltuntergang durch wesentlich unsichere Kernkraftwerke, die weltweit betrieben werden, vor Augen haben.
Wer Kernkraftwerke abschaltet, ist für die Erzeugung klimaschädlicher Emissionen verantwortlich.

In Deutschland ist die Erzeugung von Elektroenergie in Solarparks der ineffizienteste Weg.
Zum Vergleich: Für Strom aus Wasserkraft sind es 7,67 Cent/kWh.
Der Preis für die eingespeiste Kilowattstunde reduziert sich für Sonnenenergieanlagen, die nach 2002 in Betrieb genommen werden, doch gilt der festgelegte Preis für die bis 2002 fertiggestellten Anlagen 20 Jahre lang.
Die pfiffigen Bayern, die umfangreich Photovoltaikanlagen auf Dächern von Häusern und Scheunen sowie auf ihrem Gelände rechtzeitig aufgestellt haben, kassieren bis heute noch ≈50 Cent für die eingespeiste kWh. Das bezahlen die auch unbemittelten Stromkunden in Deutschland.
Beim Länderfinanzausgleich fließt Geld von Bayern in ärmere Bundesländer. Bei den erneuerbaren Energien fließt Geld zurück nach Bayern.
Der Strompreis hat sich mehr als verdoppelt, selbstverständlich auch für die sozial schwächeren Kunden. Die Energiewende in dieser Form brachte eine Verringerung des Bürgervermögens von ca. 73 Mrd. Euro und eine Erhöhung des CO²-Ausstoßes.
Wenn das keine Volksverführung ist?

Das EEG regelt die bevorzugte Einspeisung von Strom aus erneuerbaren Quellen ins Stromnetz. Das hat stärkere Auswirkungen auf unseren Wohlstand. Es wird Strom eingespeist, den zu den Zeiten keiner braucht. Er muss vernichtet, aber hoch bezahlt werden.
Es wurde bereits erwähnt, dass elektrische Energie sich im Wesentlichen nicht speichern lässt.
Eine Gesellschaft braucht verlässliche Stromversorgung. Dazu muss für annähernd jede Stromquelle, die sich aus Sonnen- oder Windenergie speist, eine redundante Elektroenergieanlage, die fast ausschließlich mit fossilen Brennstoffen betrieben wird, in Bereitschaft gehalten werden.
Der stärkste Kostenfaktor bei einer durchdachten Elektroenergieversorgung ergibt sich aus den technischen Anlagen.
Vor der Energiewende konnte die technische Redundanz klein gehalten werden. Es mussten nur die möglichen technischen Ausfälle der Anlagen berücksichtigt werden. Und bekannt ist, dass ein alter AEG- oder Siemensgenerator, sagen wir mal, nie ausfiel.
Jetzt muss die technische Redundanz in Richtung 100% gehen, die Kosten wandern mit.
Die unterschiedlichen Netzbelastungen müssen aber auch im Sekundenbereich durch herkömmliche Stromquellen geregelt werden.
Wenn dafür eine gasgespeiste Anlage bereitgehalten wird, kann sie mit einem Auslastungsfaktor um 1% rumstehen. Wer die Gesamtkosten für diese Anlage nicht auf den angeblich ökologisch erzeugten Strom aufschlägt, betreibt Volksverführung.
Der CO²-Ausstoß muss dem angeblich ökologisch erzeugten Strom ebenfalls zugeordnet werden.
"Echte Ökostrom- und Biogas-Angebote" gibt es nicht.
Es ist richtig, dass ein Tarifwechsel mit wenigen Klicks bei voller Versorgungssicherheit möglich ist. Es ist unredlich, in einem Gemeindeblatt nachhaltige Energieanbieter, wie EWS Schönau, Greenpeace Energy, Lichtblick und Naturstrom anzugeben.

Kohlekraftwerke werden nicht wegen der Arbeitsplatzsicherung betrieben, sondern für eine stabile Stromversorgung.
Es wurden erhebliche Forschungsgelder, Subventionen und Zuschüsse aus den Strompreisen gemäß EEG für die Entwicklung und den Bau von Photovoltaikanlagen und Windrädern ausgegeben, für intelligente Stromnetze weniger und für Speichertechniken, die nicht Spinnerei sind, viel zu wenig. Wenn es der Forschung und Entwicklung mal gelingt, technisch relevante Speicher zur Verfügung zu stellen, gewinnen die alternativen Energien eine Berechtigung.

In beiden Artikeln stecken etliche Aussagen, die so nicht an die Gemeindeglieder gegeben werden sollten.
Hervorgehoben wird die Fridays for Future Bewegung. Zwei Aussagen dazu
"… wie noch nicht einmal wahlberechtigte Schüler ein wichtiges Thema auf die politische Agenda setzen …" und
"Mit den "Fridays for Future", den Freitagsdemonstrationen für das Weltklima, haben die Jugendlichen die Gesellschaft und die Politik erkennbar voran gebracht."
Am leichtesten lässt sich in allen Gesellschaften die Jugend verführen.
Den Spruch "Das Küken will schlauer sein als die Henne" kennt jeder. Ich habe ihn nie gern gehört, aber einen Inhalt hat er.
Ich halte es eher mit Mark Twain. Bei ihm beklagte sich ein Jugendlicher, dass sein Vater keine Ahnung hat, ihm das Sinnvolle verbietet und viel zu alt ist, um die moderne Zeit zu verstehen. Mark Twains Antwort:
"Als ich so alt war wie Du, ging es mir mit meinem Vater genauso; als ich dann über 20 Jahre war, habe ich gestaunt, was der alte Herr in den paar Jahren dazugelernt hatte."
Wer sich als Schulkind und Jugendlicher schon viel klüger dünkt als die Eliten, die die Realität des gesellschaftlichen Zusammenlebens auch durch Rückschläge erfahren haben, sollte nicht Meinungsführer in einer Gesellschaft sein und auch nicht von den auf Quote schielenden Politikern zur Meinungsführerschaft hochstilisiert werden.
Daran, dass das Weltklima durch Großflächenbrände in Sibirien, in den Nordregionen Amerikas, durch Waldabholzung und Brandrodung in Argentinien und Brasilien sowie Umweltverschmutzung im großen Stil in Staaten, die gerade nicht zur EU gehören, gefährdet wird, ändern die Demonstranten in Deutschland, auch wenn es mehr als 1 Million sind, nichts.
Wenn sie ernsthaft was ändern wollen, müssen sie in Sibirien, USA, Argentinien, Brasilien und, um nur ein weiteres Land zu nennen, Indien nachdrücklich ihren Willen bekunden oder in der Schule ordentlich lernen und dann nicht Jura, BWL, Verwaltungslehre oder Politikwissenschaften, sondern Chemie, Physik, Mathematik, und Ingenieur- oder Agrarwissenschaften studieren.
Dann ist auch die Gefahr der Volksverführung für sie geringer und sie können einen realen Beitrag für Umwelt und Gesellschaft leisten.
Die Forschung arbeitet erfolgversprechend an Plastekillern für die Weltmeere, die auch gegen Mikroplaste eingesetzt werden sollen. An derartigen Vorhaben einmal mitarbeiten zu können, sollte Motivation für junge Leute sein.

Eine Gefahr für das Leben auf der Erde ist die stetige (zu starke) Zunahme der Weltbevölkerung. Diese Aussage passt nicht in das öffentliche Meinungsbild unserer Gesellschaft.
Sie ist weder in den beiden Artikeln zu lesen, noch bei den jugendlichen Demonstranten vorhanden.

Die meisten Verhaltensvorgaben in den Artikeln sind nicht zu beanstanden. Nur, haben wir unwissenden Alten, die von den Jugendlichen und Grünen in nahezu jeder Sendung belehrt werden, das alles schon gelebt.
Ich habe mit 16 Jahren ein BMW-Motorrad, mit 18 Jahren einen Motorroller, mit 22 Jahren ein Auto gefahren und bin nahezu immer, auch im Winter, mit dem Fahrrad zum S-Bahnhof Grünau und dann mit S- und U-Bahn zur Arbeit gefahren. Das haben aus unserer Gemeinde und aus unserer katholischen Schwesterngemeinde nicht wenige so gehalten.

Nett gemeint finde ich den Hinweis
"… jeden Morgen den eigenen Becher für Coffee to go mitzunehmen".
Ich habe in meinem langen Leben nur einmal einen Coffee to go getrunken und das nur, weil ich meinen Bruder im Krankenhaus in Brandenburg besucht hatte, dort nachmittags keinen Tee oder Kaffee bekam. Am Ausgang des Krankenhauses gab es Kaffee. Da ich einen Termin in Berlin einhalten wollte, hat mein Sohn für uns beide Coffee to go geholt, den wir während der Autofahrt getrunken haben.
Coffee to go ist eine Unsitte, mit und ohne Plastebecher.
Natürlich zeigen die Coffee to go Trinker, wie wichtig sie sind und immer voll am Ball sein müssen. Wer tatsächlich Leistung bringen möchte, muss Pausen einhalten und sich entspannen.

Es muss nicht sinnvoll sein, zu den vielen grenzwertigen Aussagen in den Artikeln eine Gegenmeinung anzumerken.
Die Empfehlung Organisationen zu unterstützen, wie BUND, Greenpeace, NABU und WWF, geht aus meiner Sicht in Richtung Volksverführung. Die Aktivisten von Greenpeace sollten für ihre die Menschen gefährdenden Aktionen zur Verantwortung gezogen werden. Das wird von deutschen Gerichten noch zu wenig durchgesetzt.
BUND und NABU versuchen notwendige, sinnvolle Bauvorhaben zu blockieren und erreichen Verzögerungen, die unserer Gesellschaft schadet.
Die Empfehlung zur Geldanlage fordert eine Gegenmeinung.
Kohlekraftwerke müssen solange betrieben werden, wie sie für eine stabile Stromversorgung volkswirtschaftlich unverzichtbar sind.
Der Chemiekonzern Bayer hat Monsanto gekauft. Monsanto stellt Breitbandherbizide mit dem Wirkstoff Glyphosat her und liefert optimiertes Saatgut.
Die Wissenschaft hat für beide Produkte keine wesentlichen Gesundheitsschädigungen nachgewiesen.
Dass es diese relevanten Gesundheitsschädigungen gibt, wissen die selbsternannten Umweltschützer, die auf Schadenersatzklagen ausgerichtete amerikanische Justiz, die damit nicht nur Unsummen verdient, sondern die nicht mehr wettbewerbsfähigen amerikanischen Konzerne stützen will, und die Volksverführer und Verführten.
Jedes Arzneimittel hat Nebenwirkungen. Die Wirkung des geprüften Arzneimittels gegen die Krankheit ist ungleich höher als die Nebenwirkungen.
Bioprodukte sind bei seriöser Prüfung oftmals schlechter als die aus der konventionellen Landwirtschaft. Die Bioverfechter fordern die Produkte, ohne differenzierte Erkenntnis.
Die beängstigend ansteigende Weltbevölkerung kann ohne chemischen Pflanzenschutz und angepasstes Saatgut nicht ernährt werden. Wir sollten den Chemiekonzern Bayer nicht verteufeln, sondern vor den Geldmachern und Volksverführern in Schutz nehmen.
Wir sollten auch RWE für die Erhaltung der Stabilität unseres Stromnetzes dankbar sein.

Für die Kriegs- und Nachkriegsgeneration ist es selbstverständlich, kein Essen wegzuwerfen, Strom und Heizung nicht zu vergeuden, Schadstoffe, Wertstoffe und Sperrmüll zum Recyclinghof zu bringen und nicht auf die Straße zu werfen. Sie lebt auch keinen Konsumrausch vor.
Zusammenfassend kann man mit Edzard Reuter und Richard David Precht sagen, wir müssen wieder vernünftig leben und den so altmodischen Leitsatz
            Das macht man nicht
wieder zur Geltung bringen.


|E-Mail von Pfarrer Kastner|

Sehr geehrter Herr Kroschel,
vielen Dank für Ihre ausführliche Äußerung zur letzten Ausgabe des "WEINSTOCKS" für August/September 2019.
Sie sprechen einige Artikel und etliche Themen daraus an.
Zunächst muss ich Ihnen sagen, dass mich das freut, denn ein Gemeindeblatt, das keine Reaktion hervorriefe, wäre vermutlich langweilig. Insofern bestätigen Sie mit Ihrer Antwort die Absicht unserer Redaktion, etwas anzustoßen. Das scheint uns also gelungen zu sein.
Unverkennbar, dass Sie inhaltlich nicht mit den Aussagen der Artikel übereinstimmen.
Ich versuche einmal, nach Schwerpunkten geordnet auf Ihre Ausführungen zu reagieren:
Zur Andacht gehört meines Erachtens durchaus die Konsequenz, den Glauben auch in den Alltag zu übertragen. Und ein Glaube, der sich nur mit sich selbst und frommen Übungen beschäftigt, muss irgendwie kraftlos bleiben. Die Aufgabe des Glaubens ist an die Welt gerichtet. Was bedeutet die Liebe Gottes zu aller Welt - im hier und heute, und für mich und Dich? Es gilt also, nicht nur am Sonntagmorgen ein frommes Gemüt zu pflegen, sondern auch die Nachrichten aus aller Welt vor diesem Hintergrund zu bedenken.
Und da kann einem schon auffallen, dass die Reaktionen auf die Ermordung eines Mitglieds der Landesregierung durch einen Rechtsradikalen irgendwie farblos blieben. Ich rede nicht von den polizeilichen Ermittlungen, sondern von den gesellschaftlichen Reaktionen! Da war ein Angriff auf die Demokratie geschehen - und das erfordert eine angemessene Reaktion - kein Abwarten.
Dagegen bleiben die Rückmeldungen eher verhalten bis schwach: Gerade auch aus den demokratischen Parteien!
Hier wäre es erforderlich, dass die etablierten demokratischen Parteien nicht zur Tagesordnung oder bei rituell eingeübten Betroffenheitsmanövern Zuflucht nähmen, sondern deutlich machten, woher die Gefahr für das gesellschaftliche Zusammenleben kommt.
Die Demokratie muss sich deutlich artikulieren. Aber da sind Sie, Herr Kroschel, ja an der richtigen Stelle.
Angesichts dieses bedrückenden Schweigens steht die Aufregung über die Kapitänin in einem eklatanten Mißverhältnis.
Das wollte ich nur kurz andeuten in der Andacht. Und "das wird man doch noch sagen dürfen…"

Zur Frage der Erneuerbaren Energien kann ich vermelden, dass sich unsere Gemeinde einem tatsächlich "echten" Erzeuger umweltfreundlicher Energien angeschlossen hat. "Echt" heißt in diesem Fall, dass das Geld, das die Gemeinde für Strom und Gas ohnehin ausgibt, nun zu einer Firma fließt, die selbst umweltfreundlich Strom mittels Wasserkraft herstellt.
Davon zu unterscheiden sind die eher "feigenblattartigen" Öko-Tarife, die traditionelle Konzerne anbieten, bei denen der Strom herkömmlich erzeugt wird -ohne Nutzen für die Umwelt- und stattdessen nur die CO2-Abgabe gezahlt wird. Das ist dann das "Grüne" daran, was dem Kunden auch gleich wieder durch einen höheren Preis übergeholfen wird. Der Konzern hat daher keinerlei Anreize bei diesen Tarifen, an der herkömmlichen Art der Stromerzeugung etwas zu ändern.
Daher lohnt und rechtfertigt sich die Erwähnung der genannten vier "echten" Umwelt-Stromerzeuger.
Einen Verstoß gegen das Wettbewerbsrecht sehe ich da nicht. Das wäre gegeben, wenn wir nur EINEN erwähnt hätten. Die Absicht war vielmehr, den Gemeindegliedern Handlungsoptionen anzubieten. Im Sinne eines praktisch werdenden Glaubens.
Einen anderen Aspekt, den ich hier in die Diskussion einführen möchte, und den ich leider auch in der öffentlichen Wahrnehmung, bzw. Präsentation des Themas vermisse, betrifft die Innovation!
Häufig wird so argumentiert, als wenn Umweltschutz usw. ja ganz schön und gut wäre, aber bitte nichts kosten solle und keinesfalls zu Lasten von Arbeitsplätzen gehen dürfe. Dabei -und das ist das eigentlich Ärgerliche und Irreführende- wird so getan, als ob Umweltschutz nur Kosten verursache und Arbeitsplätze gefährde.
Tatsächlich -und das sollte man viel deutlicher und drastischer artikulieren (wäre das nicht eine Chance für die SPD?)- ist der Umweltschutz mit all seinen Auflagen DER Innovationsschub und Job-Motor schlechthin!
Ein Beispiel: Allein die Einführung der CO2-Richtlinie für PKWs vor einigen Jahren auf 139Gramm/Kilometer führte zu einer dramatischen Abnahme der Benzinverbrauchszahlen!
Obwohl diese "Richtlinie" nur relativ unverbindlich, aber für alle gleich, diese Vorgabe machte, führte sie dazu, dass (aus betriebswirtschaftlichen Gründen) lange zurückgehaltene technische Neuerungen endlich eingeführt werden konnten, und Mittelklasse-Wagen, die vorher rund 10 Liter/100 KM verbrauchten, fahren nun nach erstaunlich kurzer Zeit mit einem nahezu halbierten Verbrauch durch die Gegend.
Ein anderes Beispiel aus Ihrer direkten Nähe: Im Kindergarten, der sich bis vor wenigen Jahren auf der anderen Straßenseite befand, geriet ich mit einem Vater ins Gespräch. Er arbeitet bei einer Firma, die im Umfeld von Flugzeugtriebwerken beschäftigt ist. Zur Zeit der letzten Wirtschaftskrise -2008- fragte ich ihn, ob es denn seiner Firma auch so schlecht ginge. Er verneinte.
Ganz im Gegenteil, die Umweltschutzmaßnahmen hatten geholfen: Jede neue Triebwerksgeneration, die für Flugzeuge zugelassen werden soll, muss leiser sein und weniger Treibstoff verbrauchen, als die vorangegangene. Diese äußerst sinnvolle Vorschrift, die die Politik zumal keinen Cent an Steuergeldern gekostet hat, führte zu einem gewaltigen Innovationsschub in der Entwicklung von Flugzeugtriebwerken! Und sie führte dazu, dass diese Firma -mitten in einer Rezession- über volle Auftragsbücher verfügte, auf Jahre hinaus!
Das meine ich mit Innovationspotential des Umweltschutzes.
Und man kann sich fragen, wie die Autofirmen in Deutschland heute dastehen würden, wenn Sie früher von der Politik zur Innovation angehalten worden wären - vermutlich wesentlich besser.
Und auch die von Ihnen benannten Absonderlichkeiten des EEG haben zu einem Schub der Innovation geführt.
Bisher hatten wir nur über die wirtschaftlichen und ökologischen Folgen gesprochen. Allerdings hat Innovation ja auch einen Einfluss auf die Forschung, und damit auf die Standortsicherung. Selbst wenn viele Innovationen aus Deutschland in der Photovoltaik inzwischen nach China "abgeflossen" sind, bleibt doch der Wissensvorsprung, den die Forschung dadurch erlebt hat.
Insofern begrüße ich ausdrücklich -und halte das für eine volkswirtschaftlich höchst sinnvolle Maßnahme- nicht nur Atomkraftwerke (wo und wie endlagern?), sondern auch Kohlekraftwerke bald möglichst abzuschaffen, um die Entwicklung alternativer Energiegewinnung und schnellerer Transportwege unumkehrbar voranzutreiben.
Ein altes Problem ist ja der Strom"Transport" vom windigen Norden Deutschlands in den energiehungrigen Süden der Republik.
Gerade Infrastrukturprojekte sind eine Kernaufgabe demokratischer Regierungen. Hier sollte man auch keine Privatisierungen anstreben. Der Nutzen für die Umwelt, die Forschung und Entwicklung, das Potential zur Schaffung neuer Stellen wäre ungleich größer als bei der Beibehaltung der bisherigen Stromerzeugung.
Und hier ein kleiner Hinweis auf Ihre Ausführungen zur Vergeblichkeit Deutscher Bemühungen angesichts der internationalen Umweltzerstörung:
Man sollte den Pilot-Charakter Deutscher Entwicklungen nicht unterschätzen! Was in Deutschland geschieht, wird sehr rege in aller Welt wahrgenommen. Was hier funktioniert, kann auch anderswo helfen. Insofern kann man sagen, setzen wir weltweit Standards.
Und warum sollte jemand am anderen Ende der Welt versuchen, was selbst bei uns nicht gemacht wird?
Auch deshalb sollte Deutschland vorangehen und tun, was nötig und möglich ist.

Eine Frage: Wie Sie das "Bürgervermögen" ermitteln, anhand welcher Parameter, wäre für mich interessant. Und ebenso, wie Sie auf die Zahl von 73 Milliarden Euro kommen.
Aber wie die Zahlen auch sein mögen. Gerade Ihnen als Sozialdemokrat muss doch der Gedanke äußerst sympathisch sein, dass die Steuergelder bei den einzelnen Bürgern landen - und sei es in Form der Stromzahlungen aus dem EEG.
Eigentlich kann man doch mit "unseren" öffentlichen Steuern kaum etwas Besseres machen, als sie an die Bürger auszukehren, die dann wieder unmittelbar Nachfrage schaffen und die Wirtschaft letztlich ankurbeln.
Auch dazu ein Beispiel: In unserem GKR -Sie erinnern sich sicher- hat ein Mitglied lange bei dem Metro-Konzern gearbeitet und war in dieser Funktion auch für die Versorgung des großen Flüchtlingslagers auf dem Flughafen Tempelhof zuständig.
Was wurde nicht alles geschimpft über die Gelder, die das verschlänge! Tatsächlich haben die zahlreichen Flüchtlinge und Asylsuchenden mit ihrer Anwesenheit die deutsche Wirtschaft angekurbelt. Metro hatte volle Auftragsbücher. Neue Jobs wurden geschaffen. Kurzarbeit kein Thema. Insofern bin ich sehr zufrieden, wenn meine Steuern in dieser Form verwendet werden.
Das nur zur Frage der Kosten.

Sehr geehrter Herr Kroschel,
Sie kommen auch auf die Frage der Jugend und ihrer Proteste zu sprechen.
Ein Trost mag Ihnen da die Aussage eines Bürgers sein:
"Die Jugend hat keinen Respekt vor den Älteren. Und es wird immer schlimmer mit ihr."
Der Bürger stammte aus Rom und lebte vor rund zwei Jahrtausenden.

Mit freundlichen Grüßen,
und der Bitte um weitere kritische Begleitung des WEINSTOCKS,
Ulrich Kastner


|Antwort an Pfarrer Kastner|

Sehr geehrter Herr Pfarrer Kastner,

ich bestätige den Eingang Ihrer E-Mail vom 14.8.2019.
In meiner E-Mail vom 12.8.2019 schrieb ich
"Ich bitte um die Veröffentlichung der Gegenmeinung" und am Anfang der Gegenmeinung
"Volksverführung gab es schon immer.
Sie beeinflusst die Selbstdenker nicht wesentlich. Ob die sich zu Wort melden und ihnen ein Raum in der Öffentlichkeit eingeräumt wird, ist fraglich."
Mir fehlt in Ihrer E-Mail die Aussage, ob Sie als Pfarrer und Leiter der Redaktion eine Gegenmeinung zulassen und sie den Gemeindegliedern zukommen lassen.

Eine interne Diskussion mit Ihnen bringt unsere fehlgeleitete Gesellschaft nicht weiter.
Selbstverständlich sollte der Pfarrer den Bezug zu den Fragen unserer Gesellschaft haben und Aussagen dazu vermitteln.
Ich war langjährig in der DDR Mitglied der Konfliktkommission. Nach der Doktrin "Das Sein bestimmt das Bewusstsein" dürfte es nach 20 Jahren DDR keine Verbrechen geben. Es gab sie aber. Die Ideologen und Juristen mussten den Salto schlagen, dass nicht allein das Sein das Handeln prägt. Warum Menschen zu Verbrechern werden, können auch die Kriminalpsychologen in unserer Gesellschaft nicht mit Sicherheit beantworten.
Ein Verbrechen, das als Angriff auf die Demokratie gesehen wird, erfordert eine angemessene Reaktion der Ermittler und Justiz. Welche angemessene Reaktion Sie verlangen, formulieren Sie nicht klar. Ich halte es nicht als angemessen, das Verbrechen in eine Beziehung mit der Rettung und Anlandung von Flüchtlingen zu bringen.

Ihre Information "… dass sich unsere Gemeinde einem tatsächlich "echten" Erzeuger umweltfreundlicher Energien angeschlossen hat" kann nicht überzeugen.
Elektrische Energie aus Wasserkraft zu erzeugen, wurde bereits vor mehr als 100 Jahren angewandt und hat wenig mit der Energiewende zu tun.
Wasserkraft hat einen Anteil an der Energieerzeugung in Deutschland von ≈3,6%. Dieser Anteil kann nur unwesentlich ausgebaut werden, weil der Wasserfluss in Deutschland kaum mehr Energie hergibt.
Der Klimawandel führt zu einer Reduzierung der aus dem Wasserfluss zu gewinnenden Energie um bis zu 15%.
Der Bau neuer Wasserkraftanlagen verändert das Ökosystem von Fließgewässern und Auen und ist deshalb nicht zu befürworten.
In Deutschland werden über 80 Prozent des Wasserkraftstroms in Bayern und Baden-Württemberg erzeugt.
Die Kirchengemeinde Berlin Bohnsdorf-Grünau bezieht Elektroenergie aus Bayern, obwohl der Strom in den beiden Ländern Bayern und Baden-Württemberg gebraucht wird. Die Gas-, Kernkraft- und Kohlekraftwerke müssen den Bedarf dort decken. Die Energiewende erfordert, den Strom aus Windenergie im Norden über intelligente Netze nach Süden zu liefern.
Ich darf noch einmal wiederholen.
Das wichtigste Kriterium ist die Stabilität des Stromnetzes. Die starken Belastungsschwankungen lassen entweder eine hohe Auslastung der Anlagen nicht zu oder erfordern eine hohe "kalte" Redundanz von Kraftwerken auf Verbrennungsbasis. Bei höherer Last müssen sie zugeschaltet werden. Die Kirchengemeinde bekommt dann keinen Strom aus Wasserkraft, sondern aus der Kohle- oder Gasverbrennung.
Ein Wasserkraftwerk hat eine begrenzte Leistung, die nicht erhöht werden kann. In der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts wurden zu den von Flüssen und Stauseen betriebenen Wasserkraftwerken Pumpspeicherwerke gebaut. Mit ihnen kann in Niedriglastzeiten das Wasser in ein höher gelegenes Staubecken gepumpt werden. Wenn dann die Last im Netz über die Kapazität des Wasserkraftwerks ansteigt, wurde das Wasser aus dem Staubecken abgelassen und trieb die Zusatzturbinen an.
Wir haben in Deutschland 406 große Wasserkraftanlagen, aber nur 31 Pumpspeicherwerke.
Wenn Sie den Ökostrom von dem Anbieter beziehen, den ich vermute, betreibt der 21 Wasserkraftwerke und kein Pumpspeicherwerk.
Die Stabilität des Stromnetzes müssen andere, wie das "böse" Unternehmen RWE, übernehmen.

Sie schreiben
"Daher lohnt und rechtfertigt sich die Erwähnung der genannten vier "echten" Umwelt-Stromerzeuger. Einen Verstoß gegen das Wettbewerbsrecht sehe ich da nicht. Das wäre gegeben, wenn wir nur EINEN erwähnt hätten. Die Absicht war vielmehr, den Gemeindegliedern Handlungsoptionen anzubieten. Im Sinne eines praktisch werdenden Glaubens."
Gesellschaftliche Fehlorientierung sollte nicht als praktisch werdende Verkündigung des Evangeliums ausgelegt werden.
Von einem Verstoß gegen das Wettbewerbsrecht war nie die Rede. Mit der einseitigen Einführung von Schlagworten wird jede Diskussion belastet.
Die mehr als 100 Jahre alte Einspeisung von aus Wasserkraft gewonnener Elektroenergie in den Verteilerpool Stromnetz ist gut und richtig. Die Orientierung auf die 4 genannten nachhaltigen Energieanbieter können Sie als Handlungsoptionen bezeichnen.
Ich sage dazu Volksverführung.
Es wird nicht nur eine Handlungsoption angeboten, sondern den Menschen suggeriert, dass sie zur Rettung des Weltklimas beitragen können, wenn sie zu diesen Stromanbietern wechseln. Der Stromanbieter Lichtblick war und ist an der Kapazitätsgrenze. Wenn er nicht jetzt schon täuscht, dass er nur Elektroenergie aus Wasserkraft anbietet, kann er diese Aussage bei weiteren Neukunden nicht aufrecht halten.
Redlich wäre, wenn im Gemeindeblatt dazu die Aussage gestanden hätte, dass diese Stromanbieter die Stabilisierung des Verteilerpools Stromnetz scheinheilig den Stromkonzernen zuschieben, die in Verantwortung für unsere Gesellschaft weiterhin Verbrennugskraftanlagen betreiben.
Derzeit vollbringen die Techniker in den Schaltzentralen Kunststücke, um das Stromnetz nicht zusammenbrechen zu lassen, wenn ein Unternehmen, das einen Strombedarf größer als die Stadt Köln hat, seine energieintensiven Anlagen einschaltet.

Sie führen den Aspekt Innovation in die Diskussion ein. Dagegen wäre nichts einzuwenden, wenn dazu reale Argumente kommen. Ist das nicht gegeben, sprengt dieses Thema den Rahmen.
Ihre ersten beiden Sätze dazu, ändern an der von mir in meiner Gegenmeinung gegebenen Aussagen nichts. Ein Satz von mir lautete
"Kohlekraftwerke werden nicht wegen der Arbeitsplatzsicherung betrieben, sondern für eine stabile Stromversorgung."
Bei den Kosten sollten wir bei der Realität bleiben.
Ich hatte bereits in den 60iger Jahren des vorigen Jahrhunderts auf das Timing bei Forschung und Entwicklung hingewiesen. "Ein Halbleiterwafer kostete vor einem Jahr 1000 $. Jetzt, ein Jahr später, wird er für 50 Cent, vor ein paar Tagen sogar für 0,35 Cent, angeboten."
Wer Photovoltaikanlagen bis 2002 mit hohen Zuschüssen, Garantie für jederzeitige Stromabnahme und gesetzlichem Mindestpreis von ≈50 Cent für 20 Jahre fördert, dokumentiert, dass er bei Innovation ohne Beachtung des Timings ein Schwätzer ist.
Zu Ihrem Beispiel CO2-Richtlinie fehlt ein Hinweis auf den Rebound-Effekt.
Ihr Beispiel zur Innovation bei Flugzeugtriebwerken hat nicht viel mit Innovation zu tun, sondern mit der ständigen Weiterentwicklung in Unternehmen, um im Wettbewerb zu bestehen. Dazu werden die oftmals wirren Statements der Umwelt- und Klimaschützer nicht gebraucht.
Ihr Satz "Und man kann sich fragen, wie die Autofirmen in Deutschland heute dastehen würden, wenn Sie früher von der Politik zur Innovation angehalten worden wären - vermutlich wesentlich besser" geht in die Richtung Fehlentwicklung.
Das Elektroauto ist nicht die alleinige Lösung, wird aber so forciert.

In Analogie verweise ich auf meine Aussage im Text der Gegenmeinung
"Es wurden erhebliche Forschungsgelder, Subventionen und Zuschüsse aus den Strompreisen gemäß EEG für die Entwicklung und den Bau von Photovoltaikanlagen und Windrädern ausgegeben, für intelligente Stromnetze weniger und für Speichertechniken, die nicht Spinnerei sind, viel zu wenig. Wenn es der Forschung und Entwicklung mal gelingt, technisch relevante Speicher zur Verfügung zu stellen, gewinnen die alternativen Energien eine Berechtigung."
Wenn man die Fokussierung auf das Elektroauto abschwächt, kommen wir zu nützlicheren Entwicklungen.

Zur Nebenbemerkung Endlagerung des Atommülls muss gesagt werden
- eine Langzeitlagerung für den Atommüll wird gefunden und technisch ausgestattet
- wer eine technologische Linie abbricht, sollte über die Wirksamkeit, Effizienz und mögliche Gefahren kein Urteil abgeben.
Es stellt keine wesentliche Gefährdung dar, wenn ein Langzeitlager, das den vorhandenen Atommüll aufnimmt, noch einen Prozentsatz mehr an zukünftig anfallenden Atommüll aufnimmt.
Es ist nicht verantwortungsvoll, die technologische Linie, z.B. mit der Verhinderung eines Betriebs der Wiederaufbereitungsanlage Wackersdorf zu unterbrechen.
Deutschland besaß die technologische Führerschaft bei sicheren Kernkraftwerken und hätte sie bei der Vermeidung, besser gesagt bei der vorläufigen Verminderung von Atommüll erhalten und durch technologischen Fortschritt und Innovation zum Wohle der Weltbevölkerung ausbauen können.

Bei Kernfusionsreaktoren besteht die Gefahr einer unkontrollierten Kernschmelze nicht.
Es ist zwar ein gewaltiger Weg zum Kernfusionsreaktor für die Stromversorgung, doch, wer ihn ausschlägt, wird technologisch z.B. von China abgehängt.

Fehlentwicklungen zeigen sich in der Zukunft. Sie unumkehrbar zu machen, schwächt unsere Gesellschaft. Ich wiederhole
"Wenn es der Forschung und Entwicklung mal gelingt, technisch relevante Speicher zur Verfügung zu stellen, gewinnen die alternativen Energien eine Berechtigung."
Die Welt richtet sich nicht nach deutschen Trends.

Ihre Ausführungen ab "Gerade Ihnen als Sozialdemokrat …" Neue Jobs wurden geschaffen" bis "Das nur zur Frage der Kosten" widersprechen volkswirtschaftlichem Denken.
Die Zahlungen aus dem EEG sind keine Steuergelder. Es gibt zwar Steuern, die nicht von der Höhe des Einkommens abhängen, doch baut unser Steuersystem darauf auf, dass Bürger mit höherem Einkommen mehr für die Bezahlung der notwendigen staatlichen Aufgaben beitragen.
Ich hatte zu den unsinnig hohen Vergütungspreisen, die im EEG festgelegt wurden, geschrieben
"Das bezahlen die auch unbemittelten Stromkunden in Deutschland".

Nachfrage kurbelt man nicht an, indem man Steuergelder an die Bürger verteilt. Das Beispiel, das Sie beschreiben, schwächt die Wirtschaftskraft. Es handelt sich um eine humanitäre Aufgabe, die die Deutschen in Anbetracht ihrer noch vorhanden Wirtschaftskraft leisten können.

Die Aussage, die Sie am Ende Ihres Textes wiedergeben, ist mir kein Trost. Sie ist deplatziert, da ich derartige Sprüche zur jungen Generation nicht gemacht habe und sie auch nicht mache, weil sie nicht zutreffen.

Es ist Ihre Entscheidung in Abstimmung mit den weiteren Redaktionsmitgliedern, ob Sie eine Gegenmeinung nach den Regeln zivilisierter Gesellschaften zulassen und publizieren.


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